Christoph Tannert ©Waldemar Brzezinski

Christoph Tannert

Christoph Tannert kuratiert seit 2025 die Ausstellungen von ROHKUNSTBAU. Der erfahrene Kurator hatte schon immer ein Gespür für Innovationen in der Kunst. Und die entstehen nun mal häufig durch das Überschreiten von vertrauten Sehgewohnheiten. So ist es kein Zufall, dass er für den aktuellen ROHKUNSTBAU „Die Kunst des Überschreitens“ als Thema gewählt hat.  

Tannert hat fast sein ganzes Leben für die Autonomie der Kunst gekämpft. Der 1955 in Leipzig geborene Kunsthistoriker und Ausstellungsmacher verlor 1984 seinen Job als Sekretär der ZAG Junge Künstler beim Zentralvorstand des Verbandes bildender Künstler der DDR, weil er sich für unorthodoxe künstlerische Positionen engagierte, die nicht zu den Vorstellungen des staatlich vorgegebenen Sozialistischen Realismus passten. Bis zum Ende der DDR 1989 arbeitete er als freier Kritiker, Ausstellungsmacher und Herausgeber von Künstlerbüchern in der Subkultur-Szene der DDR. 

Noch zu DDR-Zeiten organisierte Christoph Tannert die Ausstellung „L‘ autre Allemagne hors les murs“, die 1990 in der Pariser La Villette gezeigt wurde. 2016 kuratierte er gemeinsam mit Eugen Blume die Ausstellung „Gegenstimmen. Kunst in der DDR 1976-1989“ im Berliner Martin-Gropius-Bau. Von 2022 bis 2025 war in Berlin, Kiel und Bukarest die Ausstellung „Dissonance. Platform Germany“ zu sehen, die er gemeinsam mit dem ehemaligen ROHKUNSTBAU-Kurator Mark Gisbourne verantwortete. Als langjähriger Geschäftsführer des Künstlerhauses Bethanien hat Tannert diese Berliner Einrichtung zu einem der renommiertesten Kunsthäuser der Stadt gemacht.

Die ROHKUNSTBAU-Ausstellung „Die Kunst des Überschreitens“ ist vom 13. Juni bis zum 1. November in dem brandenburgischen Schloss Altdöbern zu sehen.