Viktor Petrov

Inspiriert von seinem familiären Hintergrund und der bulgarischen Folklore erkundet Viktor Petrov die emotionalen Unterströmungen des häuslichen Lebens anhand von Skulpturen und Installationen, die aus Haushaltsgegenständen wie Geschirrkörben, Spülbeckenstopfen oder Keramikkochfeldern bestehen. Der Künstler greift die intimen Beziehungen und Erinnerungen auf, die wir mit diesen Gebrauchsgegenständen teilen, und verwandelt sie in eine komplexe visuelle Erzählung darüber, wie Arbeit, Architektur und Geschlecht den Raum prägen und Identitäten konstruieren.

Seine Arbeiten spiegeln die Starrheit patriarchaler und gesellschaftlicher Strukturen wider, die tief im emotionalen Gefüge der Balkankultur verankert sind. Mit seinen monumentalen Installationen versucht Petrov, die fetischisierten Rollenbilder der Gesellschaft zu dekonstruieren und Themen wie Patriarchat, Tabu und kollektive Anspannung in Zeiten sozialer Krisen zu beleuchten.

So thematisieren Petrovs Arbeiten etwa auf spielerische und doch direkte Weise den Haushalt sowohl als Ort der Geborgenheit und Intimität als auch als Ort der Gewalt und Unterdrückung. Beim diesjährigen ROHKUNSTBAU zeigt Petrov eine fast zwei Meter hohe Lunchbox, die mehr an eine Gefängnistür als an eine genüssliche Brotzeit erinnert.

Viktor Petrov, geboren 1991 in Pleven (Bulgarien), studierte an der Burg Giebichenstein Kunsthochschule in Halle und an der Universität der Künste Berlin (UdK) bei Monica Bonvicini. 2022 wurde er mit dem UdK-Kunstpreis ausgezeichnet. Petrov lebt und arbeitet in Berlin.

https://www.viktorpetrov.com