Ulrich Vogl

Aus dieser Hütte erklingt Musik – manchmal. Doch sie ist verschlossen. Ein Blick durch die Ritzen der Bretterverschläge offenbart es. Da drinnen steht ein Klavier. Und obwohl sich niemand im Raum befindet, fängt es an zu spielen. Die Installation „Die launische Forelle“ des Künstlers Ulrich Vogl spielt mit der Neugierde des Publikums. Der Titel seiner Arbeit bezieht sich freilich auf eine Komposition von Franz Schubert.

In dem leicht unheimlichen Raum, in dem die Zeit stillzustehen scheint, werden die Klaviertasten in unregelmäßigen Abständen wie durch Zauberhand zum Leben erweckt und bringen Klavierstücke wie Schuberts „launische Forelle“, Nikolai Rimski-Korsakows „Hummelflug“ oder Franz Liszts „Wilde Jagd“ zu Gehör - Werke der Musikgeschichte, die thematisch mit diversen Wildtieren in Verbindung stehen. Im Kontrast zu den romantischen Vorstellungen vom Rückzugsort flüchtiger Städter, von Selbstversorgung und Rückbindung des Menschen an die Natur spielt der Künstler mit seiner Installation mit dunklen Untertönen im Übergang zwischen sozialer Zurückgezogenheit und unserem oftmals noch ungeklärten Verhältnis zu den Tieren.

Der Bildhauer und Objektkünstler Ulrich Vogl verwendet für seine Arbeiten häufig gefundene Materialien und Objekte, um eine Poesie zu erschaffen, die an tief in unserem Bewusstsein oder im kollektiven Gedächtnis verankerte Gefühle oder Erfahrungen appellieren.

Die „Die launische Forelle“, die in diesem Jahr beim ROHKUNSTBAU zu sehen ist, war Teil der LUGA (Luxembourg Urban Garden) 2025, der ersten Landesgartenschau Luxemburgs, und eine von zehn künstlerischen Arbeiten, die von internationalen Künstlern unter großer Publikumsteilnahme im Stadtpark von Luxemburg Stadt ohne spezielle Bewachung präsentiert wurden.

Ulrich Vogl, geboren 1973 in Kaufbeuren, studierte am Art Institut of Chicago, an der Akademie der Bildenden Künste München und an der Universität der Künste (UdK) Berlin. Er lebt und arbeitet in Berlin.

https://www.ulrich-vogl.de/