Klaus Elle

Klaus Elles Installation „Das große Welttheater“ dreht sich um Macht und Gier. Es ist ein seit Menschengedenken immer wieder von Neuem aufgeführtes Stück, mit all seinen unterschiedlichen Statisten, das von großen und kleinen Heldentagen erzählt. Elle betrachtet, wie sich das laute Getöse unberechenbarer Gefühlsausbrüche inszeniert und wie sich zugleich, wie sich angesichts des zyklischen Scheiterns all unserer großen, schönen Ideale, die Ohnmacht und intellektuelle Sprachlosigkeit offenbart. Es scheint, so der Künstler, „als dass wir mit all unserem technologischen Fortschritt, mit all den geistvollen Gedankensplittern, nicht aus unseren alten kulturellen Mustern heraustreten können“. Eine unerklärliche Gravitationskraft ziehe die Menschheit offenbar unausweichlich ins abgründig Destruktive hinab.

„Wenn wir an ein Karma glauben könnten, dann fänden wir uns in allmöglichen Rollen wieder, wir würden das ganze menschenmögliche Spektrum von Liebe und Leid, von Hass und Versöhnung erleben wollen, um dann endlich aus der Endlosschleife ruheloser Wiederholungen ins nächste Bewusstseinsfeld eintreten zu können“, so der Künstler über seine beim diesjährigen ROHKUNSTBAU zu sehende Installation.

Doch bei allem zivilisationskritischen Pessimismus: Klaus Elle glaubt an die, wenn schon nicht erlösende, so doch wenigstens beschwichtigende Kraft der Kunst. Denn diese sei immerhin in der Lage, den tapferen Nachfahren der Aufklärung, „mit spielerischer Leichtigkeit die bunten Girlanden über den Notausgängen der dumpfen Kausalität“ umzuhängen. Unbeirrt setzt dieser Künstler auf den Sieg der erkennenden Schönheit. Und so dreht sich der Holzbottich in seiner Installation des großen Welttheaters unablässig und sendet hoffnungsvolle Signale in eine irre Welt, die sich nach Erlösung sehnt.

Klaus Elle, geboren 1954 in Leipzig, lebt und arbeitet in Hamburg. Der Künstler studierte an der Hochschule für Grafik und Buchkunst in Leipzig Fotodesign und experimentelle Malerei. Weltweit Ausstellungen und Projekte in Paris, Zürich, Berlin, New York, Houston, Helsinki, Bratislava, Köln, Warsaw, Hamburg.