Erez Israeli
Erez Israeli ist sich des Dilemmas voll bewusst. Seines Dilemmas als Künstler, wenn er Themen angeht, die das Risiko der Überemotionalität und des Abgleitens in Klischees in sich bergen. Und gerade deshalb scheut er sich nicht, sich diesem Risiko auszusetzen und immer wieder von Neuem auf die Intensität ästhetischer Erfahrung zu setzen. Mit seinen intensiv berührenden Werken schafft er es regelmäßig, verblasste Emotionen wieder zu wecken und Bilder mit Leben zu erfüllen, deren Problematik scheinbar bis zum Überdruss ausgeschöpft wurde.
Eines seiner durchgängigen Themen ist der Holocaust. In der Auseinandersetzung mit der jüdisch-israelischen Geschichte setzt der Künstler auf die persönlichen Befindlichkeiten des Betrachters. Der Künstler ist dabei oft Teil der eigenen Inszenierungen. Erez Israeli erduldet und erleidet selbst, wenn er sich zum Beispiel den Judenstern eigenhändig auf seine Brust näht. In diesem Nachfühlen gelingt es ihm, eine Brücke zwischen der Geschichte und der Gegenwart aufzuzeigen.
Erez Israeli handelt, wie er selbst sagt, aus einem Gefühl der „Dringlichkeit, ein bedeutendes Statement in der bildenden Kunst zu setzen“. Seine Kunst beschäftigt sich mit Darstellungen von Tod und Schönheit, Schmerz und Sehnsucht, während er sich darüber hinaus mit Themen auseinandersetzt, die die eigene Identität und Identifikation, Verewigung und Vergessen betreffen. Beim diesjährigen ROHKUNSTBAU ist Erez Israeli mit einem riesigen Totenschädel vertreten, der mit einem folkloristischen Blumenmuster überspannt ist.
Erez Israeli wurde 1974 in Beer Sheva (Israel) geboren. Er studierte an der Faculty of Arts Hamidrasha am Beit Berl College in Tel Aviv und an der Bezalel Academy of Art and Design in Jerusalem. Erez Israeli lebt und arbeitet in Berlin.
