Denise Flamme
Mit den Skulpturen ihrer Serie „Companion“ versucht Denise Flamme zu zeigen, wie ein nicht-konformes äußeres Erscheinungsbild Gefühle wie Angst, Faszination und Verwirrung hervorrufen kann. Gleichzeitig hilft sie mit ihren Werken, Grenzen zu erkunden und zu überwinden und zugleich in die Geheimnisse des Unbekannten einzutauchen. Konventionelle Normen werden so sichtbar und hinterfragbar - und implizite Vorannahmen bewusst. Jede ihrer Skulpturen stellt fragmentierte Körper dar, die verschiedene physische Erweiterungen zeigen und damit die Trends und Herausforderungen repräsentieren, die die gegenwärtige Realität prägen. Der Körper wird dabei nicht als feststehende, in sich geschlossene Einheit verstanden, sondern als eine hybride Formation, die sich fortwährend aus Technologie, Material, Kultur und Biologie neu zusammensetzt. In diesem Sinne werden fragmentierte oder erweiterte Körper zu offenen Systemen, die Veränderung nicht nur zulassen, sondern aktiv einfordern.
Die beim diesjährigen ROHKUNSTBAU gezeigte Skulptur Companion NR. 01 besteht aus zwei Körpern und greift das Thema der Koexistenz auf, die ihren Wert erst in der Beziehung zu einem anderen gewinnt. Die Hände, die sich verdoppeln, veranschaulichen das Eingreifen des einen Körpers in die Handlung des anderen. Das Handgerät demonstriert, wie Wissen an Werkzeuge ausgelagert wird: spezifische Handlungen und Gesten werden ausgeführt, Kognition wird zur Prozedur. Das Individuum wird dadurch austauschbar, abhängig und leicht ersetzbar. Diese Abhängigkeit führt zu einer Krise der Autonomie des Individuums.
Denise Flamme ist eine Künstlerin, die parallel in unterschiedlichen Disziplinen arbeitet. Sie studierte in München an der Ludwig Maximilian Universität Philosophie, an der Technischen Universität Industriedesign und an der Kunstakademie Bildende Kunst. Zeitweise war sie im Bereich der Neurowissenschaften tätig. In ihrem Werken setzt sich intensiv mit Diskursen über soziale Praxis und technologischen Fortschritt auseinander. Denise Flamme lebt und arbeitet in Berlin. Zu Geburtsort und Geburtsjahr verweigert sie die Auskunft.
