Andros Foros
Andros Foros genießt es, mit Stereotypen zu spielen und sie immer wieder zu untergraben. Dadurch soll das Publikum animiert werden, etablierte und verinnerlichte Interpretationsschemata und Deutungsweisen selbst zu hinterfragen. Manchmal führt dieser Denkprozess zu Verwirrung, manchmal zu humorvollen Neuansätzen.
Der tschechische Künstler arbeitet in den Bereichen Skulptur, Malerei und Zeichnung. Das Generalthema seiner Arbeiten ist das innere Kind und die Vorstellung, dass dieses vergangene Selbst weiterhin in uns lebt. Von der Geburt bis zum Tod entwickeln und verändern sich unsere Persönlichkeit und Identität, doch unser Bewusstsein verharrt stets an einem bestimmten Punkt dieses Lebensspektrums. In seinen Arbeiten schafft es Andros Foros, diverse Momente einer bestimmten Persönlichkeit, auch deren diverse Rollen und Projektionen zu kombinieren.
Diese schizophrene Erzählung entfaltet sich in einer imaginären Welt, in der sich Kommunikation durch unterschiedliche Ausdrucksmittel und verschiedene Attribute wie Rüstungen, Verkleidungen und Waffen ereignet.
Der figürliche Stil des Künstlers ist deutlich von der Gotik inspiriert, aber frei und unerwartet moduliert. Als Atheist bedient er sich unbekümmert der christlichen Ikonografie, steht dem europäischen Erbe jedoch kritisch gegenüber. Foros versucht, das kollektive Gedächtnis anzusprechen, um Stereotypen in Heiterkeit zu hinterfragen. Dabei überträgt er Symbole und Attribute in die Gegenwart oder parodiert sie.
Andros Foros, wurde 1993 als Jozef Čižmár in Hradec Králové (Tschechien) geboren. Seine künstlerische Ausbildung erhielt er an der Akademie der bildenden Künste in Prag, wo er bei Jan Hendrych und Vojtěch Míč figurative Bildhauerei studierte und das Zeichenstudium im Atelier von Jiří Petrbok absolvierte.
